Vita

Klaus Armbruster, geboren 1942 in Tübingen, studiert 1962/63 an der Freien Kunstschule Stuttgart und von 1963 bis 1967 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

1968 wird er mit dem 1.Preis beim süddeutschen Jugendpreis für Malerei ausgezeichnet (professionelle Künstler bis 35 Jahre). Er unternimmt Arbeitsreisen in die Türkei, nach Persien und Griechenland und  stellt seine Grafiken und Gemälde in Ulm, Salzgitter und Hamburg aus, wo er bis 1980 lebt und arbeitet.

In der Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten und mit dem Vietnamkrieg gibt er 1969 die Malerei auf und wendet sich zunächst in Zusammenarbeit mit dem Dokumentarfilmer Theo Gallehr dem massenwirksamen Medium Film zu.

Von 1972 bis 1980 entwickelt und realisiert er als Autor, Regisseur und Redakteur beim NDR-Fernsehen zahlreiche dokumentarische Filmprojekte, Fernsehserien und soziokulturelle TV-Magazine.

1980 verlässt er den NDR, produziert bis 1983 seine Dokumentarfilme und ein Hörspiel freiberuflich, beteiligt sich an der Gründung des Hamburger Filmbüros, wird Mitglied im Gründungsvorstand der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm.

1983 beruft ihn die Universität Essen zum Professor für Film/AV in den Studiengang Kommunikationsdesign (heute: Folkwang Universität der Künste). Mit dem Wechsel nach Essen kehrt er zur künstlerischen Praxis zurück. Video-Essays, mediale Bühneninstallationen, Film- und Video-Bühnenbilder und die Adaption von Bühnenwerken für den Bildschirm bilden nun den Schwerpunkt seiner Arbeit.
Projekte mit Ruth Berghaus, Susanne Linke, Stefan Schneider und Pina Bausch, die Auseinandersetzung mit Hansgünther Heymes „ILIAS DES HOMER“ und die Begegnung mit Wolfgang Hufschmidt im gemeinsamen Seminar „Film und Komposition“ führen Armbruster in ein künstlerisches Arbeitsfeld, bei dem es um die Erweiterung des klassischen Theaterbegriffes und die Integration von Bewegtbildmedien in Bühnenwerke geht.

Seit 1990 entwickelt er mit Komponisten der „Neuen Musik“ experimentelle interdisziplinäre Projekte: „Die Spieldose“ mit Gerhard Stäbler und „Eröffnung und Zertrümmerung“ mit Nicolaus A.Huber. Dabei interessiert ihn die Bereicherung und Differenzierung, die durch das Aufgreifen musikalischer Kompositionsstrukturen für eine polyphone, mehrspurige Bildsprache der elektronischen Bewegtbildmedien entsteht.

Diese Arbeit findet ihren Höhepunkt in dem großen multimedialen Gesamtkunstwerk  „RUHRWERK“, das er 1998 zusammen mit Wolfgang Hufschmidt in der Jahrhunderthalle in Bochum zur Uraufführung bringt.

Von 1994 bis 2004 ist Klaus Armbruster außerdem Gesellschafter, Geschäftsführer und künstlerischer Direktor des Folkwang Institutes für Mediengestaltung, das er mit Unterstützung des Landes NRW auf der Zeche Zollverein gründet und zu einem führenden europäischen Entwicklungs- und Produktionszentrum für elektronische Medien ausbaut (später unter der Firmierung INTERARTES  Mediengestaltung Filmproduktion Totaltheater GmbH).
Hier konzipiert, produziert und realisiert er neben künstlerischen Film- und Bühnenprojekten auch aufwändige werbliche Medien-Inszenierungen, deren Gestaltung auf den experimentellen Ansätzen seiner künstlerischen Arbeit basiert. Projektpartner sind u.a. Daimler-Benz mit der Präsentation des neuen Sportwagens SLK beim Turiner Autosalon, RWE bei deren 100-Jahrfeier in Essen, VW und Thyssen-Krupp auf verschiedenen internationalen Messen.

2001/2002 entsteht „Pöhlers Passagen“  ein Fernsehfilm, der sich grenzgängerisch zwischen fiktionaler und dokumentarischer Erzählung und Bildsprache bewegt.

2005 beendet er mit seinem digitalen Film RUHRWERK  –  EIN PORTRAIT, der auf dem Bühnenprojekt RUHRWERK basiert, seine Medienarbeit und kehrt zum Ursprung seiner künstlerischen Arbeit, der Malerei, zurück.

Als Ausgangsmaterial seiner Gemälde dienen ihm nun Einzelbilder aus dem Fundus seiner Filme und medialen Bühneninstallationen, deren flüchtige, immaterielle Bildwelten er in die permanente Realität der Malerei transformiert und in komplexe Tafelbild-Montagen überträgt.

2006 bis 2011 arbeitet er an dem Projekt DIE STÄDTE SIND FÜR DICH GEBAUT, fügt 81 Tafelbildmotive aus RUHRWERK  zu einem monumentalen Panorama zusammen. Das 15x5 m große Werk wird 2016  in die GRAND HALL ZOLLVEREIN eingebaut.
Sein intensives Arbeitsleben führte ihn nach Griechenland, in die Türkei, nach Persien, Tunesien, Spanien, Italien, Frankreich, Belgien, England, Norwegen und in die USA.

Seit 2012 lebt er im nordhessischen Dörfchen Bergfreiheit, zwischen Kassel und Marburg im Kellerwald gelegen. Dort hat er eine große alte Fachwerkscheune für sich und seine Frau, die Malerin Ruth Bussmann, zum Wohn-Atelierhaus ausgebaut und arbeitet seit 2018 an neuen Tafelbildreihen.